Airline Tycoon, das war für mich die flippige Erholung von den Wirtschafts- und Aufbausimulationen um die Jahrhundertwende, die sich ernster genommen haben als meine Oma ihre unkontrollierten Flatulenzen, und glaubt mir.. das ginge jetzt zu weit.
Ich weiß noch wie heute, wie ich von Beginn an mit dem Russen in rot, Igor Tuppolevsky und seinem akzentuierten „Phoenix Travel“ sympathisierte, so dass es mich in jedem Spiel aufs neue in sein Büro, welches (natürlich!) nur zufälligerweise gleich neben dem des Flughafenchefs lag, verschlug.
Gegen vier Charaktere musste sich „Phoenix Travel“ jeden Tag auf’s neue behaupten, und wenn nicht gerade mein Büro von Madame Cortzek (Sunshine Airways), eine überaus skrupellose Mitstreiterin, weggebombt wurde, war dies sogar fast möglich. Zumindest in der Zeit, in der meine Figur nicht gerade a) auf dem Weg zur Toilette, b) auf deren Thron oder c) auf dem Rückweg von der Toilette war: Abführmittel im morgendlichen Kaffee, wie schöööön! Aber meine Routen nutzen wollen, Sigi Sorglos („Falcon Lines“).. jaja, doch auch ich habe so meine „Freunde“.

Airline Tycoon 2 © airline-tycoon2.de
Am vergangenen Samstag fand in der Stuttgarter Innenstadt die vom Verein “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” organisierte Aktion gegen “Killerspiele” statt. Was war ihr Inhalt, war sie erfolgreich? Und wo ist eigentlich mein Half Life 2?
Gut zwei Dutzend Jugendliche entschieden sich, sich im Rahmen der Aktion “Familien gegen Killerspiele” von ihren Computerspielen zu distanzieren und sie öffentlich in die dafür installierte Tonne zu werfen. Der mit diversen Plakatierungen (”give peace a chance”) verzierte Container beherbergte am Ende nur wenige Titel, darunter aber das wohl bekannteste unter den Shootern: CounterStrike.
Trotz der offensichtlich mäßigen Teilnahme betrachtet der Elternbündnis-Vorstand Hardy Schober die Aktion grundsätzlich als Erfolg. Es gehe nämlich nicht um die Masse, sondern um die Symbolik dahinter. Man wolle, dass diskutiert und ein Zeichen gesetzt wird, um Killerspiele aus den Kinderzimmern zu verbannen.
Weil die Initiatoren reale Angriffe von Aktionsgegner fürchteten, engagierten sie zum Selbstschutz einen privaten Sicherheitsdienst. Ob sie dem Frieden damit wirklich eine Chance geben - ganz symbolisch, natürlich? Denn wie es in den Wald reinschallt..
weiterlesen »