Schön wäre es, aber gegen die unheimlichen Wesen aus einer anderen Welt nützt auch ein ganzes Paltoon nichts, wie „Aliens“ 1986 beklemmend verdeutlicht hat. Da feuert man aus allen Rohren, wirft Granate über Granate und ist doch nur besseres Spielzeug für H.R. Grigers Meisterwerk der Filmmonster-Geschichte.
Seitdem Ridley Scott und James Cameron dieses Biest unter den Biestern auf uns losgelassen haben, lebt und stirbt auch jedes Game von bzw. mit der düsteren Atmosphäre und der kreatürlichen Angst, die jede eigentlich dominante Spezies fühlt, wenn sie auf ein überlegenes und obendrein intelligentes Raubtier stößt.
Ob nun Alien vs Predator oder im Spieleklassiker Alien Breed von Team 17, dass zumindest sehr an die Kinofilme erinnerte, man hatte sich im Kampf gegen Ellen Ripleys ganz persönlichen Alptraum häufiger mal schlagkräftige Unterstützung gewünscht.
Jetzt bekommt man in Aliens: Colonial Maries ein ganzen Platoon an die Seite gestellt, besser als nichts, sollte man meinen….
Kein Predator, keine Genkreuzungen mit Menschen und erst recht keine SuperRipley mit Alienpower. Das Game knüpft direkt an die Ereignisse von Alien 3 an.
Als Mitglied eines Such- und Rettungstrupps dockt man an die verschollene USS Sulaco an, zwischen Teil 2 und 3 hatte eine technische Fehlfunktion zum Abwurf der Rettungskapseln von Ripley, Hicks, Newt und eines Facehuggers geführt, um nach ebendiesen Ausschau zu halten.
Das Drehbuch stammt von Bradley Thompson und David Weddle, die sich schon für Fernsehhits wie Kampfstern Galactica und Deep Space Nine verantwortlich zeigten, und führt den Spieler nicht nur über die Decks der Sulaco, sondern auch an bekannte Schauplätze aus allen drei „guten“ Teilen der Aliensaga.
Grafisch basiert das Spiel auf der bewährten Unreal 3-Engine und setzt im Figuren- und Waffendesign auf die Artworks des zweiten Kinofilms. Passend, war doch „Aliens – Die Rückkehr“ der einzige Teil, in dem kampferprobte Soldaten an die Viecher verfüttert wurden. Natürlich sind die Kameraden von Hudson und Hicks mit allen Knarren des Vorbildes und dem bewährten Motiontracker ausgerüstet. Schon allein das dumpfe Klicken des Bewegungsmelders erzeugt Gänsehaut, wenn dann noch das schrille Röhren des Pulse Rifels hinzukommt, ist die schaurige Atmosphäre perfekt.
Zum Glück ist man im Trupp unterwegs. Hat man Freunde mit dabei, wird das Game zum echten Kooperationsshooter.
Leider gab es in letzter Zeit vermehrt Gerüchte, dass Publisher Sega die Finanzierung eingestellt habe. Eine eindeutige Stellungnahme wurde bis dato nicht gegeben. Hoffen wir, dass das Spiel tatsächlich noch dieses Jahr für PC, PS3 und Xbox 360 erscheint.
Es wäre mehr als schade, wenn Aliens: Colonial Marines aus Geldmangel kurz vor der Fertigstellung in irgendeiner virtuellen Schublade des Publishers verschwinden würde. Die bis dato veröffentlichten Bilder versprechen nämlich ein umwerfendes Highlight des Horrorshooter-Genres.