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Command & Conquer - Die ersten zehn Jahre: Ein Rückblick (Teil 1: Der Tiberium-Konflikt)

Autor: kaimar
abgelegt in: History

Es ist schon eine große Herausforderung, will man die Geschichte einer Serie beleuchten, die gerade durch ihre Eigenarten im Laufe der Computerspiel geschichte entscheidene zur Prägung eines ganzen Genres beigetragen hat. Fangen wir am Anfang an - mit dem ersten Teil der erfolgreichen Serie:

1995 erblickte der von der amerikanischen Firma Westwood (Heute: Electronic Arts) entwickelte erste Teil “Der Tiberiumkonflikt” (eng. “Tiberuim Dawn”) das Licht der virtuellen Welt.

Der Namensgebende Konflikt beruht auf einem merkwürdigen Mineral, das aus dem All auf unsere Erde trifft und mit seinen herausragende Eigenschaft, dem boden sämtliche Mineralien und Nährstoffe zu entziehen, macht es sowohl der Energiegewinnung dienlich, verursacht auch verheerende Schäden an jedwedem organischen Leben verursacht. Wonach das Tiberium seinen Namen hat, ist nicht ganz klar. Die “gute” Fraktion des Spieles, “GDI”, beharrt darauf, dass es nach seinem Fundort, dem italienischen Fluss Tiber benannt sei - Kane, der charismatische Anführer der “bösen” Fraktion “NOD” behauptet allerdings, dem Tiberium selbst den Namen des römischen Kaisers Tiberius Drusus Julius Caesar gegeben zu haben.

Jener Kane hat seine Jünger in der Bruderschaft von NOD um sich geschart, wie ein Messias, um durch Terroranschläge die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die GDI (Globale Defensiv-Initiative) versuch, dies zu verhindern. Beide Fraktionen sind von Anfang an spielbar und die Missionen verlaufen parallel zueinander. Wer also z. B. zuerst die GDI-Kampagne durchspielt und Kane bekämpft, wird später die selben Schlachten aus der Sicht des Sektenführers bzw. seines höchsten Generals (den man sozusagen verkörpert) erleben.

Der Spieler spielt gewissermaßen sich selbst in dieser Welt, d. h. die Story wird durch (Videokonferenzen mit den jeweiligen Anführern erzählt, die einen persönlich ansprechen. Dann wechselt das Spiel in die bekannte iosmetrische Draufsicht und der Spieler befehligt seine Einheiten und Gebäude. Gerade die Zwischensequenzen, die mit realen Schauspielern vor Bluescreens aufgenommen werden, genießen bis heute Kultstatus. Allen vorran Joseph D. Kucan, der für seine brilliant überzeichnete Darstellung des charismatischen Kane bis heute einen eigenen Fankreis unter den CnC-Spielern hat.

Spielerisch war Command & Conquer herausragend. Eine so schnelle Echtzeit-Action, verbunden mit einer eingängigen Steuerung war neu. Allerdings machte die KI im ersten Teil noch nicht viel her: Wer es schnell genug schaffte, seine Basis weiträumig mit Sandsäcken (!) zu verbarrikadieren, hatte anschließend alle zeit der Welt, denn der gegner kam micht einmal auf die Idee, Diese zu zerstören. Natürlich funktionierte diese Taktik nur, bis man im Spiel soweit fortgeschritten war, dass Luftkampf eine Rolle spielte, denn Sandsäcke zu überfliegen und schlicht die Basis des Spielers zu bombadieren, war der KI sehr wohl möglich.Meistens ging es dann aber doch nur darum, eine möglichst große Armee aus dem Boden zu stampfen und den Gegner mit einer Mischung verschiedenster Einheiten zu “rushen”.

Auch im damals schon vorhandenen Multiplayer-Modus war dies eine beliebte Taktik.

Eine weitere besonderheit des Spieles war der hohe Gewaltgrad. Einheiten schrien laut auf und bluteten, wenn sie überfahren wurden, wer als NOD-Spieler geld brauchte, konnte Zivilistendörfer platt machen, Zivilisten selbst waren natürlich ebenso wehr- und schutzlos. Da man im Hinblick auf den deutschen Markt damals (wohl zurecht) eine Indizierung befürchtete, tauschte man für die deutsche Version kurzerhand sämtliche Einheiten gegen Cyborgs aus, Intros wurden gekürzt oder ganz weggelassen und zerstörte Kirchen warfen bei Zerstörung auch kein Geld mehr ab. Gefallene Soldaten rufen hierzulande eben nicht. “I’m bleeding”, sondern das durchaus charmante “ich verliere Servo-Öl!”. Wer sie überfährt, bekommt ein Knirschen zu hören, das bei jedem Spieler der Original-Version eine Gänsehaut verursacht hätte. Und die Zivilisten? Nun ja, offensichtlich handelt es sich dabei um Zivil-Roboter.

Im April 1996 erschien dann das AddOn “The Covert Operation” (deutsch: „Der Ausnahmezustand“), wodurch das Hauptspiel nochmals um 15 sofort spielbare Missionen (sieben für GDI und acht für NOD) erweitert wurde. Zudem kamen zehn neue Multiplayer-Maps , sowie sieben Musikstücke hinzu. Neue Einheiten, wie der Säure versprühende und tiberiumresistente “Chem-Warrior” (deutsch: „Chemie-Krieger“), der MG-bewährte Apache-Helikopter und ein neuartiger Hubschrauber mit Flammenwerfer rundeten das Paket ab und sorgten ihrerseits für viele weitere Stunden Spielspaß. (Zumindest für NOD-Spieler, denn GDI wurden keinerlei neue Einheiten spendiert!)

Die Erstauflage mit einer Auflösung von damals standartmäßigen 320 x 200 Pixeln und MS-DOS-Unterstützung wurde 1997 von einer Windows 95-kompatiblen SVGA-Version abgelöst, die wegen der aufwändigen Realfilm-Zwischensequenzen eines der ersten Spiele war, die auf zwei CDs verkauft werden mussten. 1999 folgte dann sogar eine Neuauflage für den beliebten Nintendo 64 und die Playstation One. Seit Kurzem ist das Spiel auch per legalem Download frei erhältlich.


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