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Das Adventure: Geschichte eines Genres – die Renaissance (Teil IV von IV)

Autor: kaimar
abgelegt in: History, Spieleklassiker

Mit welchen neuartigen Denkansätzen gelang den Gamedesignern der kräftezehrende Akt, diese altehrwürdige Art der Geschichtenerzählung zu exhumieren, zu reanimieren und zu perfektionieren? Ist die Perfektion des Genres erst jetzt erreicht oder wird sie niemals wieder erreicht werden?

Und wie sieht die Zukunft des klassischen P&C-Adventures aus?

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

Den Startschuss für die Wiedererweckung des totgeglaubten Genres gab Anfang 2002 der Titel Runaway: A Road Adventure von den spanischen Pendulo Studios”. Trotz einiger spielerischer Schwächen: Insbesondere dem im folgenden als “Runaway-Effekt” bekannt gewordenem Phämomen, dass ein Gegenstand unlogischerweise erst nach einer Reihe von Aktionen nutzbar wird, die mit dem Gegenenstand an sich nichts zu tun haben. (Beispiel: Du kannst eine Spritze nicht mit einer Flüssigkeit aufziehen, solange du nicht einen Filzstift aus dem Becher auf dem nebenstehenden Schreibtisch genommen hast).

Auch die typische “Pixel-Suche”, also das zwangsläufige Absuchen nahezu jedes einzelnen Bildpunktes nach einem winzigen “Hotspot” der einen die nächste Aktion ausführen oder ein Objekt aufheben lässt, hat viele Spieler verärgert. Trotz Allem war das Spiel ein großer finanzieller Erfolg und brachte neben zwei Nachfolgern eine unerwartete Flut von neuen Point-and-Click-Adventures mit sich. Dabei gab es sowohl sehr gute und aufwändig produzierte Titel, wie “Black Mirror“, dessen Quasi-Nachfolger “Ni-Bi-Ru” und “Moment of Silence”, als auch weniger gute Titel, die zwanghaft versuchten, das Genre neu zu erfinden. (z. B. “Monkey Island 4″ oder “Baphomets Fluch 3″).

Mittlerweile haben die Adventures erfolgreich den Schritt in die dritte Dimension bewältigt. Titel wie “Ankh“, “Jack Keane” “Baphomets Fluch 4” (welches viele Fehler seines Vorgängers umgeht, da man sich auf die klassische Steuerung zurückbesonnen hat) zeigen, dass 3D-Grafik und reine Maussteuerung
sich keineswegs ausschließen und man auch ohne aufgesetzte Action-Einlagen Spannung erzeugen kann.

Nachdem mit “Sam and Max” mittlerweile sogar ein echtes Urgestein sein verdientermaßen höchst erfolgreiches Comeback feiern konnte, können selbst konservative “Früher-war-alles-besser-Fans” nicht anders als einer erfreulichen Zukunft des auferstandenen Genres optimistisch entgegenzusehen.

Möge die Maus mit euch sein!


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