Das Genre der Point & Click – Adventures erfreut sich in der heutigen Zeit immer größerer
Beliebtheit. Immer aufwändiger werden die Geschichten erzählt, immer teurer wird der Entwicklungsprozess.
Doch wie hat damals alles angefangen?
Welche Klassiker der Spielegeschichte hat es in diesem Bereich gegeben?
Um diese Fragen zu beantworten, begeben wir uns wieder einmal auf eine Zeitreise, zurück zu den Wurzeln dieses Spielegenres.
Wir schreiben das Jahr 1972:
In Frankfurt am Main werden Andreas Baader und andere RAF-Aktivisten verhaftet, in Münster findet die erste Schwulendemo Deutschlands statt und in Kentucky (USA) programmiert William Crowther ein harmloses, kleines Programm für seine Kinder.
Inhalt ist die virtuelle Erforschung einer (einem realen Vorbild nachempfundenen) Höhle mittels Texteinblendungen – zunächst ohne wirklichen spielerischen Inhalt. Erst als sich sein Freund Don Woods im Jahre 1975 des Spieles annimmt, Fantasy-Elemente, eine Handlung und nicht zuletzt eine rudimentäre textbasierte Steuerung einfügt, wird aus dem Programm schließlich ein Spiel.
Die Steuerbefehle werden dabei über die Tastatur eingegeben (z. B. „pick up sword“, „turn right“ oder „kill the rat“) und der interaktive Text wird entsprechend generiert. Inspiriert war dieses Konzept von sogenannten „Choose-your-Own-Adventure-books“, in denen die Geschichte nicht linear von Anfang bis Ende gelesen wird, sondern das Buch selbst einem vorgibt, bei welcher Seite man nach welcher Entscheidung weiterzulesen habe. („Gehst du nach links, blättere auf Seite 32. Gehst du nach rechts, lies bei Seite 316 weiter…“)
Mit dem Spiel, welches später in “Adventure” (AKA: “Colossal Cave”) umbenannt wurde, war ein neues Genre geboren, dessen Ausläufer noch über 30 Jahre später Jung und Alt erfreuen sollte.
(Anm.: um das mittlerweile frei downloadbare “Adventure” spielen zu können, wird zusätzlich der Z-Code-Compiler WinFrotz benötigt.)