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Die Geschichte der Gothic-Serie: Gothic 2 - Die Insel Khorinis

Autor: kaimar
abgelegt in: Spieleklassiker

ACHTUNG: Wer Gothic 1 noch nicht durchgespielt hat, sollte sich gut überlegen, ob er diesen Eintrag lesen will, da sich Spoiler leider nicht zu 100% vermeiden lassen!

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Ende 2002 war es endlich soweit: der lang ersehnte Nachfolger zum legendären “Gothic” stand in den Händlerregalen. Von vielen als bester Teil der Serie betrachtet, hielt das innovative Sequel neben verbesserter Grafik und Steuerung leider auch eine andere Überraschung parat, die die Serie noch sehr beschäftigen sollte: Bugs!

Doch zunächst zu den positiven Seiten des Spieles: Wie bereits erwähnt wurde die Grafik runderneuert. Man bediente sich hier einer stark verbesserten Version der eigens für den ersten Teil entwickelten Grafikengine, was aber angesichts der qualitativen Verbesserung kaum erkennbar ist. Auch auditiv war das Spiel von gewohnt hoher qualität. Der Soundtrack von Piranha Bytes - Mitglied Kai Rosenkranz bot einige interessante Vartiationen des eingängigen Themas, die sich wieder perfekt der jeweiligen Situation anpassten.

Spielerisch gab es einige entscheidende Neuerungen, so wurden das Kampfsystem, der Handel und die Art der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fraktionen entscheidend verbessert. Die Story knüpft nahezu nahtlos an den ersten Teil an. “Nahezu” deswegen, weil der Held nicht - wie am Ende des ersten Teils erwähnt - aus der Höhle des Schläfers ans Tageslicht tritt, sondern stattdessen in Dieser verschüttet wird, wodurch die Piranhas gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Held, am Ende des ersten Teils zu einem mächtigen Kriege/Magier avanciert, der quasi mit einem Schlag ganze Ork-Horden auslöschen kann, hat durch den Einsturz der Höhle schlicht seine ganze Kraft, sein erlerntes Wissen sowie sämtliche Gegenstände verloren - Na so ein Pech!

Man muss den Piranhas allerdings auch hier zugute halten, dass sie diesen Kunstgriff später noch gekonnt in die Mythologie des Gothic-Universums eingeflochten haben. Interessierte sollten sich mal die Predigtdes Wassermagiers Vatras ganz genau anhören - sie könnten das Eine oder Andere wiedererkennen.) Derart geschwächt wird der Held nun vom misteriösen Schwarzmagier Xardas errettet und zunächst auf die Mission entsandt, ein mächtiges Artefakt von den Paladinen zu besorgen, die praktischerweise gerade in der nahegelegenen Stadt Khorinis residieren. Was es mit diesem Artefakt auf sich hat, welche Absichten Xardas verfolgt und wieso sämtliche Leitern auf der Insel auf misteriöse Art und Weise verschwunden sind, sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Verschwunden sind übrigens nicht nur die Leitern, sondern auch einige bewohner der Insel. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn der geneigte Spieler sich das 2003 erschienene AddOn “Die Nacht des Raben” zulegt. (welches nebst Hauptspiel und Vorgänger übrigens auch in der Gold-Version enthalten ist.)

Überhaupt geht in diesem Fall sehr Seltsames vor auf Khorinis. (Die Insel trägt den selben Namen, wie ihre Hauptstadt) Die Wassermagier entdecken plötzlich ihren Hang zur Archäologie und beginnen mit umfangreichen Ausgrabungen im Norden der Insel, merkwürdige Piraten machen sich in abgelegenen Kneipen und Stränden breit und was hat es mit dem geheimen “Ring des Wassers” auf sich? Diese und viele andere Mysterien deckt der Spieler im Laufe der dichten Story auf. Wahlweise wieder als rauhbeiniger Söldner für den alten Kumpel und ehemaligen Mithäftling Lee, als braver Paladin im Dienste des Königs oder als mächtiger Feuermagier im abgelegenen Kloster von Khorinis. Und natürlich darf auch der eine oder andere Abstecher ins vertraute Minental nicht fehlen. Ist ja nicht so, als wären wir aus Selbigem gerade erst ausgebrochen…

So viel zu den positiven Neuerungen des Spieles. Doch leider wurden diese zu Beginn noch überschattet von einer ganzen Reihe von Bugs, wie z. B. dem gefürchteten “Speicherbug”, welcher einfach mal für einen Absturz beim Speichern sorgte und ganze Spielstände auf einen Schlag unbrauchbar machte, oder den unangenehmen Leichenbug im AddOn, welcher sämtliche Leichen von NPCs verschwinden lies. (besonders ärgerlich, wenn Diese dringend benötigte Quest-Items bei sich trugen.) Diese unnötig unschönen Programmfehler machten ein flüssiges Spielen nahezu unmöglich. Ständig musst eman fürchten, das Spiel könnte sich aufhängen oder die erspielten Fortschrittezunichte machen. Die immense Leidensfähigkeit, die die treue Fangemeinde trotzdem bewiesen hat (und die heute noch in verschiedenen Communityforem deutlich wird) zeigt, wie sehr einen das Spiel packt und trotz Fehler zum Durchspielen animiert. Böse Zungen sprechen zuweilen gar von einer gewissen “masochistische Veranlagung” unter den Gothic-Fans, dies ist allerdings statistisch noch nicht bewiesen und daher lediglich ein Gerücht!


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