Seit einer Woche ist Rockstars Action-Hit auf XBOX und PS3 erschienen und er hat alle Verkaufsrekorde, Wertungsrekorde und Hype-Rekorde gebrochen. Grund genug, hier mal von der PC-Schiene abzuweichen und einen Blick über den Tellerrand zu wagen.
GTA-Veteranen meckerten im Vorfeld über die im Vergleich zu San Andreas kleinere Spielfläche und nach Release über Grafikprobleme der PS3, außerdem gibt es bei einem derartig beworbenen Spiel immer eine Gegenströmung, die den objektiven Blick bewahrt und fragt: “Was ist daran jetzt so toll?”
Gibt es, ist wichtig, nur - ich gehör nicht dazu!
Für mich ist GTA 4 der wunderschönbarste Titel 2008 und ich freue mich wie der Schneekönig (Gangsta!) auf die Umsetzung für den PC. Warum?
Weil sich hier ein 1 A- Gangsterfilm mit cooler Story, in epischer Länge und endlich glaubwürdigen Charakteren präsentiert. Was in San Andreas teilweise bemüht rüberkam, ist Rockstar jetzt endlich gelungen: Die Typen, die GTA 4 bevölkern, sind einzigartige Filmhelden. Das Spiel braucht eine Weile, um gut zu werden, weil die Story sich eher schleppend anspielt. Spätestens nach ein paar Stunden aber wird einen die dichte Atmosphäre in ihren Bann ziehen.
Der Titel spielt zwar nur in Liberty City, dafür ist die Stadt riesig, unheimlich detailliert und vor allem ohne Ladezeiten begehbar. Wie gewohnt werden Teile der Stadt erst nach und nach freigeschaltet, um Einsteiger mit der Größe der Spielwelt nicht zu überfordern.
Klar, technisch perfektionierte Grafik wie z.B. in Burnout Paradise sucht man in GTA vergebens. Das war aber bei den GTA-Titeln schon immer so, die Grafik wurde diesmal vor allem gehyped, weil sie endlich aktueller ist als die Uralt-Engine vergangener Tage. Dafür punktet GTA noch mehr als früher mit Stimmigkeit. Die Menschen gehen ihrer Arbeit nach und interagieren untereinander, unabhängig vom Spieler. Die Sichtweite auf ferne Wolkenkratzer, beispielsweise aus den Tiefen der Vorstadt, ist beeindruckend, noch nie hat sich eine Stadt so authentisch präsentiert.
Im Gameplay gibts Altbekanntes und ein paar Änderungen im Detail. Das Interface ist entschlackt worden. Die Wachsamkeit der Polizei wird jetzt nicht mehr in Sternen gemessen, sondern über einen Radius. Schafft man es, den zu verlassen, ohne einer Streife zu begegnen, ist der Alarm vorbei. Das wird natürlich mit zunehmender Alarmstufe schwieriger, die bekannten Helikopter und SWAT-Teams machen einem die Hölle heiß. Parkende Autos müssen jetzt per Minispiel geknackt werden. Die größte Änderung findet sich in der Fahrzeugphysik. Das Fahren von Autos ist verdammt schwer geworden. Ich bin auf der XBOX eines Kumpels gefühlte tausend Mal gegen die Wand geklatscht, weil das lockere UmDieEcke-Schlittern per Handbremse nicht mehr funktionieren wollte. Damit soll wohl der Realismus-Grad gesteigert werden.
Ziemlich Laune macht auch der Multiplayer. Läuft gut und spielt sich ziemlich genau so, wie man sich das vorstellt. Maximale Zerstörung - jetzt auch mit Freunden! Sehr schön.
Fazit: Das Spiel ist der Hammer! Für den PC wünsche ich mir: Anpassung der Fahrphysik und Aufpolieren der Grafik. Detailfragen also, das Spiel wird sicherlich einen Ehrenplatz auf meiner Festplatte bekommen.