Was macht ein Puddingschnecken-Süchtiger, der loskommen will? Er greift zu Vanille-Kipferln! Ok, ok… wer diese Referenz versteht, hat sich nun wahrlich einen großen Keks (mit Schokostreuseln) verdient und sei beglückwünscht zur der einmaligen Erleuchtung, die einem nur das zarte Stimmchen von Regula Zempel bringen kann…
Aber zum Thema: Nachdem Ich ja nun lang und breit geschildert habe, wie Ich dazu kam, der Welt der Kriegskunst der Rücken zu kehren, wurde Ich doch prompt von bekannten Ex-Mitspielern in den Bann des nächstgrößten MMORPGs gezogen.
Die Welt von Tolkien hat mich schon fasziniert, als Ich vor rund zehn Jahren sein großes Meisterwerk der Fantasy-Literatur geschenkt bekam. Innerhalb weniger Tage verschlungen wurden die Bücher über die Jahre dann wieder und wieder durchgekaut, bis es mit dem (meiner Meinung nach genialen) Film von Peter Jackson (der mir bis dato nur durch Filme wie “Meet the Feebles” und “Braindead” ein Begriff war - was für entsprechendes Interesse gesorgt hat) neues Futter gab. Selbstverständlich folgte zeitnah der Kauf der Super-Mega-Länger-als-dein-Leben-ultimate-Extended-Double-Tripple-mit-extra-Käse-DVD-Collectors-Collection und wesentlich schließt sich nun der Kreis mit einem Computerspiel, das wiederum auf der Buchvorlage basiert. Da zu dem Spiel an sich ja mittlerweile etliche Reviews existieren und Ich euch nach KOTOR nicht gleich wieder mit dem Review eines eigentlich uralten Spieles langweilen will, nur, weil es für mich gerade aktuell ist, hier nur ein paar kurze persönliche Eindrücke von meinem kurzen Besuch in Mittelerde.
Was habe Ich für eine Klasse gewählt? Klar, als eingefleischter Zwergenfan mit Tank-Erfahrung MUSSTE es natürlich ein zwergischer Wächter sein. Welchen Namen? Das war schon etwas kniffliger. Als Rollenspieler kann Ich meinen Charakter in Mittelerde natürlich nicht Bloodbeard nennen. So habe Ich mich für “Langbart” entschieden - aber natürlich nicht in der Gemeinsprache. Ein kurzer Blick in ein Zwergisch-Mensch-Dictionary im Internet brachte mir die Antwort: Lang-Bart = Sigin-Turg (in Tolkiens Zwergensprache). “Siginturg klingt cool”, dachte Ich mir und legte los.
Erste Überraschung: Alle Zwergen-NPCs sprachen mich korrekterweise mit “Langbart” an! ‘Verdammt, die KI übersetzt aus dem Zwergischen?’, dachte Ich mir. Leider wurde das Geheimnis dann gelüftet, als Ich dahinter kam, dass meine zwergische Rasse offentichtlich die der Langbärte waren, was - rein zufällig - zu dieser perfekt passenden Anrede führte. Nichtsdestotrotz ein gelungener Einstieg ins Spiel.
Leider musste Ich aber im Folgenden feststellen, dass sich - trotz des wesentlich besseren RPs und des stärkeren PvE-Bezugs nicht viel geändert hatte. Grinden, Farmen und lästige Laufwege senkten die anfängliche Euphorie recht schnell, sodass Ich meinen Testaccount nach Ablauf seiner Zeit nicht mehr reaktiviert habe. Was sagt mir das? Dass Ich offensichtlich auf alle Zeit genug von MMORPGs habe, was mir nicht zuletzt durch das Spielen eines “guten alten” RPGs verdeutlicht wurde. Wie erhohlsam ist es doch, wenn nicht alle Monstewr nach wenigen Minuten respawnen und die Quest mehr beinhalten, als “töte 20 Eber und 50 Wölfe” - Wie schön kann es sein, die Story zu erleben, als wäre sie auf einen ZTugeschnitten. Als würden alle Ereignisse zufällig passieren, ohne, dass man in jedem Moment aus der Atmosphäre gerissen wird.
In dem Sinne: Ein Hoch auf das klassische Singleplayer-Spiel und (@Martin) dennoch auf ein EVENTUELLES Wiedersehen in vielen, vielen Jahren, wenn das 365. WOW-Addon erscheint und Ich instant mit meinem Level 150 Zwergenkrieger Arthas im Alleingang umhauen kann.
Bis dahin warte Ich freudig weiter auf KOTOR 3, Diablo 3, Mass Effect 2, DSA 5, GTA 4, Gothic 4, CnC Red Alert 3 und Sims 3!