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Knights of the old Republic

Autor: kaimar
abgelegt in: PC, Spieleklassiker

Man könnte es fast schon als Historien-Review bezeichnen, leicht verspätet kommt mein Fazit zu diesem Rollenspiel im Star Wars Universum nämlich allemal.

Ich muss zugeben, es sind schon einige Klassiker der Spielegeschichte an mir vorbeigegangen. Half Life 1 habe Ich nie gespielt, mit Final Fantasy konnte Ich mich nicht anfreunden, und da für neue Meisterwerke wie Crysis oder Assassins Creed mein Rechner zu lahm ist, besinne Ich mich alter Titel und erweitere stetig meine Sammlung an Budget-Spielen.

Ich bin allgemein ein Fan von “Gut vs. Böse - Spielen” im Geiste Peter Molineux’. Fable habe Ich mehrfach durchgespielt, Black & White findet sich in meinem Regal, die Gothic-Serie zählt zu meinen absoluten Favouriten. Den zweiten Teil bezeichne Ich mutigerweise sogar als mein absolutes Lieblingsspiel, welches Ich, dicht gefolgt vom kurzweilig-actionorientierten Star Wars: Jedi Academy wohl am häufigsten durchgespielt habe.

Nun hat es mich also wieder einmal gepackt, das Star Wars-Fieber. Und das hat nichts - aber auch GAR nichts - mit dieser unglaublich unansehnlichen neuen Serie des Herrn Lucas zu tun, deren Namen zu nennen Ich mich an dieser Stelle aus Prinzip weigere. Vielmehr war die Entscheidung, mich wieder einmal in das universum von Jedi, Sith und Droiden zu begeben bedingt durch die (zugegebenermaßen schon etwas länger zurückiegende) Ankündigung eines neuen Nachfolgers der erfolgreichen Serie. Doch nun endlich zum eigentlichen Thema - Dem Ur-Kotor sozusagen:

Irgendwie habe Ich ja seit jeher die seltsame Angewohnheit, wann immer es eine gute und eine böse Seite zu spielen gibt, zuerst alles auf dem Böstesten aller Wege auszuprobieren. Meist mit sehr unbefriedigenden Ergebnissen: Keiner mag meinen Charakter, er tötet völlig ohne ersichtlichen Grund seine Freunde (Gothic 3 - HALLO?? Warum muss Ich denn bitte meine lieben Wassermagier abschlachten, nur, weil Ich mich nicht dem König oder den Orks beugen will?) und allgemein hat man (zB. bei Fable) oft das Gefühl, dass es sich statt der versprochenen Handlungsfreiheit doch eher um eine auf ‘gut’ ausgerichtete Story handelt, der im nachhinein ein paar ‘böse’ Elemente aufgesetzt wurden.

Wie es sich damit bei KOTOR verhält, kann Ich (wahrscheinlich im Gegensatz zu den meisten Lesern) noch nicht beurteilen, denn hier habe Ich bewusst die Entscheidung getroffen, erstmal den ‘lieben’ Jedi zu verkörpern. Was darf es also sein? Eine Frau - Soldatin - die im Nahkampf richtig zuhauen kann. Wie noch oft im Laufe der rund 35 Stunden die Ich letztendlich in diesem Spiel verbracht habe, bis Ich den Abspann gesehen habe, war die richtige Wahl reine Glückssache, Denn in KOTOR Gillt: Richtest du dich nicht von Anfang an auf alles ein, was dich in diesem Spiel erwartet, hast du quasi schon verloren.

Sehr lustig, zumal Ich natürlich nicht die geringste Ahnung habe, welche 9 Teammitglieder Ich denn da im Laufe der Story an die Seite gestellt bekomme. Der erste im Bunde - ein freundliche, wenn auch etwas zu skeptischer Mann namens Carth Onasi ist also ein Soldat - genau wie Ich. Danke, brauche Ich nicht! Wie soll man ihn also skillen? Mit allem, was Ich nicht kann? So beherrscht er am Ende schließlich nichts richtig, aber von Allem ein Bisschen. Später kommen noch eine Schurkin und ihr Wookie-Freund, ein Scout, also quasi ein Spion und ein Hacker, hinzu. Super Mischung, aber leider nur sinnvoll, wenn Ich diese - und zwar genau diese - beiden Charaktere in meine Party einlade. Ergebnis: Ich bin im Kampf aufgeschmissen. Somit habe Ich also stets vor Erfüllen eines Auftrages die Wahl, ob Ich Kämpfer oder (zusammengefasst) ‘Spione’ mitnehme. Was Ich letztendlich brauche, weiß Ich nicht, aber, wenn Ich Glück habe, ist es die perfekte Gruppe.

Selbiges gilt speziell für Jedi. Als Perfektionist bin Ich natürlich darauf bedacht, die Wurzeln eines jeden Charakters auch in seiner Skillung weiter auszubauen. Eine Jedi-Dame, die Ich von der dunklen Seite errettet habe (Ich frage mich, was wohl passiert wäre, wenn Ich sie getötet hätte. Ein teammitglied weniger? Sehr fair…) soll meiner Meinung nach ihre dunklen Mächte weiterhin einsetzen und bekommt daher entsprechende Skills. Überraschung: Wenig später schließt sich mir (ungefragt) ein weiterer Jedi an, über den Ich so gut wie gar nichts weiß. Und was beherrscht dieser rein zufällig? Jede Menge fieser Jedi-Tricks. Nun sind außer mir also noch weitere 3 Jedi in meiner Gruppe. Läge ja jetzt nahe, einen zum Guten (Für Buffs), einen zum Bösen (Damage Dealer) und einen neutral (Croud Control) zu machen.

Denkste! Denn umskillen ist nicht! Und das ist eigentlich die größte Schwäche von KOTOR. Das Spiel wäre so unglaublich viel besser und vielschichtiger, wenn dies möglich wäre.

Aber auf Sackgassen muss man sich in diesem Spiel ohnehin gefasst machen. Das gilt nicht nur für die Skills, sondern vor Allem auch für Quests. (Achtung Spoiler: Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, überspringe bitte diesen Absatz!)
Ein Beispiel: Carth findet seinen totgeglaubten Sohn Dustil auf Korriban wieder, der aber mit seinem Vater nichts zu tun haben will und sich lieber mit den Sith herumtreibt. Nach langem Überreden, willigt Dustil ein, mit uns zu kommen, wenn wir ihm einen Beweis für die Boshaftgkeit der Sith bringen. “Gut”, denke Ich mir, “kann Ich ja bei Gelegenheit mal machen.” So folge Ich also brav weiter der Hauptquest in deren Verlauf sich aber plötzlich die ganze Sith Akademie inkl. Dustil gegen mich stellt und im Kampf bezwungen werden muss. Dustil ist also tot, das Quest kann nicht abgeschlossen werden und die ansonsten so fein ausgearbeitete Figur des Carth entwickelt sich fortan schlicht nicht mehr weiter, weil bis zum Ende des Spieles nur noch von ihm zu hören ist, dass er ja unbedingt einen Beweis für seinen Sohn finden müsse.

Derartige Fälle gibt es leider viel zu oft. So ist es ebenso unmöglich, die Bewohner von Taris’ Unterstadt von einer Seuche zu befreien, wenn man zuvor dem Stadtältesten einen (davon völlig unabhängigen) Gefallen getan hat, da Dieser dann kurzerhand mitsamt der gesamten Stadtbevölkerung von dannen zieht.
Warum sagt der Hotelbesitzer auf Manaan nicht aus, was Ich ihm per Machtfähigkeit eingeprügelt habe? Warum kann Ich auf Tatooine selbst mit Rekordzeit kein Swoop-Rennen gewinnen? Und was zum Henker soll Ich auf Yavin?

All diese Kritik schreibe Ich eigentlich nur deswegen, weil KOTOR trotzdem eines der besten Spiele ist, die Ich je gespielt habe. Und das liegt schlicht und einfach an der wirklich spannenden Story, der absolut glaubwürdigen und vor allem liebevoll ausgearbeiteten und tiefgehenden Atmosphäre. Diese besteht im Wesentlichen in der Tiefe der Charaktere. Deren Geschichten entfalten sich im Laufe des Spiels durch optionale Dialoge, die zudem absolut perfekt vertont sind (Ich habe die englische Originalversion gespielt).

Die Welten sind zwar im Grunde nichts Weiter als recht linear aufgebaute Konstrukte aus Level-Versatzstücken, dies verzeiht man dem Spiel aber recht schnell, denn was mir als MMORPG-geplagtem Spieler sofort positiv aufgefallen ist, sind die anspruchsvollen aber niemals zu langen Dungeons und andere feindliche Abschnitte. Immer, wenn Ich gerade das Gefühl hatte. “Nun ist aber auch gut”, war es vorbei und ein neuer Auftrag war erledigt. Somit gibt es so gut wie keine Längen in diesem Spiel, was natürlich immens zur Motivation beiträgt, die Story weiter zu verfolgen.

Ich persönlich bin (trotz der ausführlichen Kritik) begeistert von dem Spiel und nun sehr gespannt, was die Entwickler spielerisch im Nachfolger verbessert haben und was beim Alten geblieben ist.
Und nebenbei werde Ich selbstverständlich auch den dunklen Pfad von KOTOR (1) verfolgen, denn das mache Ich ja bekanntlich am Liebsten.


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  1. Martin schreibt:

    Was bei KOTOR 1 der Hammer ist, ist der wendepunkt mitten im Spiel. Will ich nicht spoilern, wenn du da noch nicht bist, aber das war für mich einer der besten Spielmomente ever.

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