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Let’s Play: Interview mit JunkDiesel - Teil 1

Autor: kaimar
abgelegt in: Allgemein

Jawohl, liebe Leser und /-innen, ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, für euch an einen waschechten Letsplayer heranzutreten und ihm 15 Fragen rund um seine kommentierende Tätigkeit zu stellen.

Zu Teil 2     |     Zu Teil 3

1. Wie bist du zum Let’s Play gekommen?

Zum ersten Mal hatte ich die Idee, als ich mir einen 100% Speedrun zu GTA: San Andreas ansah, zu dem der Speedrunner eine alternative Tunspur bereitstellte, in der er das Gesehene nachträglich kommentierte und erläuterte, warum er welche Routen gewählt hatte. Ich dachte, das könnte man auch anders machen; nämlich den Kommentar als Additiv verwenden, um ein Videospiel interessant und/oder unterhaltsam einem Publikum vorzuzocken.
Als ich dann einige Wochen später Videos zu einem meiner Lieblingsspiele aller Zeiten suchte, hier Alundra, stieß ich auf das Let’s Play von L0rdVega. Der Kerl ist einfach ein Genie, was Let’s Plays betrifft. Nicht nur, dass er eine einprägsame Stimme hat. Er hat auch ein sehr geschicktes Händchen, wenn es um die Auswahl von Spielen für ein Let’s Play geht. Ich merkte, dass mein Humor dem Vegas sehr ähnlich ist und auch meine Vorstellungen, was man mit einem Let’s Play anfangen sollte.
Hinzu kam dann noch eine alte Lust, Videos meines Schabernacks in Hitman: Blood Money aufzunehmen. Diese Faktoren zusammen brachten mich dann dazu, einfach mal anzufangen und zu sehen, ob ich meinen Vorstellungen gerecht werden kann.

2. Was ist dein bisheriges Lieblingsprojekt?

Ich denke, das Zelda diese Bezeichnung verdient. Bei Hitman habe ich die Cutscenes generell weggeschnitten, um die Missionen zeigen zu können. Da habe ich zu viel Wert auf mein Geblubber gelegt, aber zu wenig vom Spiel gezeigt. Was die Abenteuer Nicole Bonnets betrifft: blinde Let’s Plays sollten nicht in derselben Kategorie wie normale geführt werden. Dazu sind sie Grundvoraussetzungen zu verschieden und hauptsächlich geht es bei blinden Runs darum, den Zuschauer/sich selbst durch das Versagen zu belustigen.
Zelda bin ich am ehesten gerecht geworden, weil ich so ziemlich alles gezeigt habe, was relevant ist. Ich hätte zwar am liebsten mit jedem einzelnen NPC gesprochen, um die Atmosphäre besser einzufangen und auch zu zeigen, wie man zur Lösung von so manchem kleinen Rätsel gelangt, doch das hätte wahrlich den Rahmen gesprengt und gelangweilt. Meiner Ansicht nach habe ich Aspekte ausgelassen, die schön sind, wenn man selbst spielt, aber langweilig, wenn man zusieht.
Demnach ist mein Let’s Play zu The Legend of Zelda: A Link to the Past mein bisheriges „Lieblingsprojekt.

3. Ist das „Let’s Play eine typische Erfindung der „Generation Youtube? Und was macht seinen Charme für dich aus?

Was die englischsprachige Let’s-Play-Szene betrifft, kann ich nicht ausschließen, dass YouTube diese Szene erst ermöglicht und möglicherweise als Evolutionsmotor gewirkt hat.
Was die deutschsprachige LP-Community betrifft, muss es nicht zwingend erst durch YouTube einen Anstoß zum Let’s Playen gegeben haben. Schließlich war das Konzept, Videospiele zu spielen, diese zu kommentieren und abschließend Reviews oder Erstmeinungen abzugeben jahrelanges Grundkonzept von GIGA Games. Das Rad wurde hier nirgends neu erfunden, sondern lediglich „privatisiert. Schade, übrigens, dass GIGA schließen musste.
Ihren Charme bezieht die Szene einfach aus den verschiedenen Charakteren, die dort spielen und wirken. Let’s Player sind nahbar, man kommt mit ihnen in Kontakt, kann sich seine Videospiele ansehen, die man mag oder nicht kennt und dabei jemandem lauschen, der ebenfalls Spaß daran hat. Denn darum geht es ja beim Zocken: man will Spaß haben. Und zusammen mit echten Menschen zu spielen macht einfach mehr Spaß, als immer nur mit NPCs.

4. Nimmst du deine Kommentare ganz spontan auf oder bereitest du dich vor?

Das kommt ganz auf meine Stimmung bzw. die Tagesform an. An manchen Tagen fühle ich mich kreativer und habe einen besseren Redefluss, an anderen wiederum nicht. Wenn ich mal nicht gleich weiß, was ich nun daherlabern könnte, nehme ich zunächst den Part auf, sehe mir das Video ein oder zwei Mal an und mache mir in meinen Gehirnwindungen grobe Anhaltspunkte. Die vergesse ich zwar meist wieder, aber so kriege ich einen Anstoß.
Ich finde auch, dass es irrelevant ist, ob man live oder post recorded den Kommentar spricht, solange er keinem vorher aufgesetzten Text folgt. Das wirkt auf mich zu aufgesetzt und raubt den LPs ihren Charme.

5. Welche Hard- und Software nutzt du für deine Aufnahmen?

Ich benutze ein Headset von WinTech (WH-2688), ein Gamepad von Hama für Konsolenemulatoren, Tastatur und Maus von Logitech (wireless) für die meisten PC-Spiele. Darüber hinaus habe ich eine nVidia GeForce 9800 GT.
An Software benutze ich das übliche. Fraps zum Recorden, Vegas zu Schneiden und vorrendern, MediaCoder zum Feinrendern.


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