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Let’s Play: Interview mit JunkDiesel - Teil 2

Autor: kaimar
abgelegt in: Allgemein

Nachden JunkDiesel sich mit dem Kommentieren von “Hitman: Blood Money”, einem meiner persönlichen Lieblingsspiele, ja bereits einen Platz in den heiligen Hallen dieses Blogs gesichert hat, hielt ich es für angemessen, seinen Einstellungen, Ansichten und Erfolgsgeheimnissen ein Wenig auf den Grund zu gehen:

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6. Inwiefern sollte eine angemessene Ausdrucksweise beim Let’s Play eine Rolle spielen?

„Angemessen sollte sie einerseits dem Spiel gegenüber sein. Nicht jedes Spiel hat denselben Grundton, da sollte man variieren und auch seinen Wortschatz dementsprechend wählen. Bezüglich der Benutzung von Flüchen und Schimpfwörtern habe ich kein Problem. Übertreibt es jemand damit, wird sein Let’s Play eben langweilig und schlecht. Mir ist es eben lieber, wenn mal jemand “Fuck!” ausstößt, als das zu distanziert zu umschreiben. Man sollte es eben einfach nicht übertreiben. Hat jemand einfach nicht mehr zu sagen, als ständig zu fluchen, geht es ihm wohl weniger darum, ein gutes LP zu erstellen und dem Spiel gerecht zu werden, als viel mehr darum, viele Abonennten und eFame zu erringen. Jedenfalls ist das mein Studienergebnis.

7. Gibt es ein bestimmtes Spiel, von dem du kein Let’s Play aufnehmen würdest? (Wenn ja, Warum?)

Zum Beispiel von Kula World für die Playstation. Es ist ein wunderschönes Spiel, das dem Spieler in jedem Level sehr großen Spaß macht, aber für ein Let’s Play ist es einfach nicht geeignet, weil es keine Storyline hat und man nach zwei Minuten nichts Neues mehr erzählen oder zeigen kann. Es gibt einige Spiele, die sich in meinen Augen wenig für ein LP eignen, doch dazu mehr bei der nächsten Frage.

 

8. Gibt es bestimmte Genres, die sich deiner Ansicht nach besonders gut oder besonders schlecht für Let’s Plays eignen?

Wie gesagt, Spiele wie Kula World (anm.: aka. “Roll Away“), bei denen es einzig um Geschicklichkeit geht, eignen sich weniger für ein Let’s Play (des kompletten Spiels zumindest), weil sie nicht sonderlich abwechslungsreich sind. Beat ‘em Ups halte ich ebenfalls für ungeeignet oder langweilig, weil das Prinzip nach 30 Sekunden klar ist und die Spiele nicht genug Umfang haben.
Solche Spiele eignen sich nun mal eher für Challenges oder Reviews, aber nicht für ein ernsthaftes LP.

9. Was glaubst du, wie Spieleentwickler und Publisher zur Let’s Play-Szene stehen?

Aus geschäftlicher Sicht sicherlich nicht allzu positiv. Schließlich wird der Inhalt des Produkts komplett gespoilert und wenn es sich um Rätselspiele oder manche RPGs handelt, wird somit der Hauptkaufgrund genommen. Und Videospieleentwickler müssen auch von irgendwas leben.
Andererseits kann ein (gutes!) LP auch tolle Werbung sein. Denn es gibt Spiele, die auch noch großen Spaß machen, wenn man sie bereits kennt und dann selbst spielt. Das käme dann allerdings auf den Publisher an. Im Rahmen einer PR-Maßnahme könnte ein LP durch einen Spieler mit großer Zuschauerzahl sicher positiv wirken. Alles in allem aber wäre ich persönlich als Publisher nicht sehr erfreut, wenn mein gerade veröffentlichtes Spiel zu 100% auf YouTube auftauchen würde. Schließlich will ich Geld damit verdienen. Wäre das Spiel allerdings nicht mehr brandaktuell und mein Geldverdienfokus läge mittlerweile hauptsächlich bei einem oder mehreren anderen Spielen, würde es mich wohl wenig stören. Immerhin bestünde die Möglichkeit, dass dieser Titel noch ein mal Aufmerksamkeit bekommt und durch den ein oder anderen Zuschauer nachträglich bezogen wird.
Aus diesem Grund bin ich auch der Meinung, dass man brandneue Spiele einfach nicht let’s playen sollte. Unter anderem, jedenfalls.

10. Würdest du dir ein Let’s Play zu einem Spiel ansehen, das du selber nie gespielt hast aber vielleicht eines Tages spielen möchtest?

Nein.


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