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OnLive - Games zukünftig nur noch via Stream?

Autor: kaimar
abgelegt in: Aktuelles

Spiele per Stream kaufen? Soweit nichts Neues: Half Life-Entwickler Valve veröffentlicht seit Jahren seine Produkte über die hauseigene Steam-Plattform und auch Blizzard bietet sein berühmtes MMORPG samt sämtlicher AddOns seit jeher als Online-Kauf an. Spielen über Stream scheint aber der Trend der Zukunft zu sein - zumindest wenn man dem überaus selbstbewussten Anbieter OnLive glauben schenkt.

OnLive plant künftig, Spielern gegen eine monatliche Gebühr die aktuellsten Spiele per Online-Stream auf den heimischen Rechner zu schicken. Keine Installation, keine Patches und keine teure hardware sollen mehr nötig sein. Das klingt erstmal nicht schlecht, bietet aber sowohl Vor- als auch Nachteile.

Kommen wir zunächst zu den vielversprechenden positiven Seiten von OnLive: (von nun an als Synonym für Spiele-Streaming im Allgemeinen zu verstehen)

Raubkopierern wird das illegale Handwerk durch den Dienst nahezu unmöglich gemacht, da der Spieler sich zum Spielen einloggt und keine Daten (oder nur den Client) auf der eigenen Festplatte installieren muss. Das ist natürlich Musik in den Ohren der meisten Publisher und Hersteller. Dadurch besteht zumindest eine geringe Chance, dass die Preise für Vollpreistitel sinken, was wiederum mehr Spieler zu OnLive treiben würde.

Zudem würde der Kauf teurer Hardware entfallen, da OnLive die meisten Daten direkt verarbeitet, rendert und der PC die Informationen nur noch verarbeiten und darstellen muss. Die Verzögerungen durch diesen ständigen Download sollen laut OnLive im Nanosekundenbereich liegen und für Spieler nicht spürbar sein - ich bin skeptisch.

 

Doch da sind wir auch schon bei einem der ersten Nachteile des neuen Konzepts: Extreme einbußen für die Hardware-Hersteller. Gut, deren Prinzip, mit Delevopern Hand in Hand zu arbeiten, sodass die neuesten teuren Spiele auch immer die neuste teure Hardware benötigen ist mir ebenfalls sehr suspekt aber aus Sicht von Nvidia, AMD, Intel und Co. durchaus profitabel.

Ein anderer sehr bedenklicher Punkt wäre das absehbare Aussterben des Gebrauchthandels und des Verleihs von Spielen. Dies ist wiederum eine Entwicklung, die Publisher wie EA und Ubisoft geradezu herbeisehnen, die vielen Spielern aber gehörig gegen den Strich gehen dürfte. OnLive will zwar anbieten, Spiele auch zeitlich begrenzt (und daher natürlich billiger) anzubieten, ob dies aber langfristig ein adäquater Ersatz für meine Stamm-Videothek sein wird, bleibt abzuwarten. Zumindest dürfte auf diese Weise das mittlerweile nahezu ausgestorbene Prinzip der gratis Spiele-Demo ein Revival erfahren.

Neben all diesen Vor- und Nachteilen gibt es vor Allem eines: ungeklärte Fragen!

Sas ist, wenn der betreiber nach einem Jahr pleite geht? Was machen zukünftig Spieler ohne Flatrate oder schnelle Internetverbindung? Woher sollen die nötigen Server-Kapazitäten kommen? Wie lange werden meine Spiele überhaupt spielbar sein, wenn immer größere Datenmengen durch immer aufwändigere, neue Spiele hinzukommen?

Ich persönlich habe ein wesentlich besseres Gefühl dabei, mir ein Spiel zu kaufen und es mir physikalisch ins Regal zu stellen. Wissend, dass ich es auch in 10 Jahren noch hervorkramen und ohne Probleme spielen kann.Außerdem bin ich als armer Student auf Budget-Titel und den Gebrauchtmarkt angewiesen und hätte neben einem bekannten Online-Rollenspiel und einem Zeitschriften-Abo keine Lust, für noch einen weiteren Dienst Monatsgebühren zu zahlen. Ich bin entschieden gegen den derzeit vorherrschenden Trend, PC-Spiele nicht mehr als Produkte, sondern als (zunehmend strenger limitierte) Nutzungsrechte zu behandeln. Auch im Hinblick auf die Aktuelle Diskussion um Garantieansprüche bei Spielen sollte OnLive nicht unerwähnt bleiben.

Folgende Publisher haben schon jetzt deutliches Interesse an einer Partnerschaft mit OnLive bekundet:

…und viele Andere.


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