In diesem mehrteiligen Beitrag soll der immer häufiger auftretenden blinde Aktionismus beleuchtet werden, zu dem Politik und Medien neigen, wenn es um die Einschränkungen der Verbreitung und Verwendung brutaler Computerspiele geht.
Vorerst ein kleiner Überblick, was euch inhaltlich in diesem mehrteiligen Beitrag erwarten wird, den Ich über die nächsten Wochen regelmäßig fortführen werde:
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Begleitumstände, die die Diskussion dieser Tage wieder einmal entfacht haben: die Frage, ob die Zahl der gewaltbereiten Jugendlichen wirklich so extrem angestiegen ist, wie allgemein vermutet wird und was hierfür eventuell die Ursachen sein könnten oder welche Faktoren besonders gerne als Ursachen herangezogen werden.
Der besondere Fokus wird natürlich auf der so genannten „Killerspiel-Debatte“ liegen, welche mich als und viele von euch Spielern direkt betrifft und die Ich daher seit längerer Zeit mit großem Interesse verfolge. Ich werde des weiteren auf einige der „Lösungsvorschläge“ eingehen, die mir in der letzten Zeit hierzu begegnet sind und dem Einen oder Anderen durchaus bekannt sein dürften.
Anschließend werde Ich versuchen, einen kleinen Überblick über die wichtigsten Aussagen der Medien zu diesem Thema zu geben, einige der wirren, wenn nicht überzogenen Reaktionen genauer zu beleuchten und im Gegenzug versuchen, ein realistisches Bild bzw. persönliche Eindrücke von diesem Thema zu vermitteln.
TEIL 1: Der Generationenkonflikt
Beginnen wir zunächst mit dem Thema, welches uns in den letzten Tagen und Wochen wieder und wieder in diversen Medien um die Ohren gehauen würde: die neue, brutale, unberechenbare Jugend:
Dieses Phänomen des Generationenkonfliktes ist mit Sicherheit kein Neues.
In den 60er Jahren waren es noch die Beatles, die für Aufregung sorgten - nicht nur unter den Jugendlichen selbst, sondern insbesondere Eltern, Lehrer und die Kirche fühlten sich auf den Plan gerufen.
Rock-Musik, Miniröcke, Lederjacken und lange Haare wurden als Wurzel allen Übels definiert und die Jugend musste – nach Meinung der Älteren – dringend vor diesen „verderbenden Einflüssen“ bewahrt werden.
Im Grunde hat sich an dem Phänomen nur insofern etwas geändert, als dass viele der damals so schlimmen, ungezogenen Jugendlichen heute zu Denen gehören, die sich wiederum zusammentun um über neue Generationen in reiner Ignoranz (im wahrsten Sinne des Wortes: Unwissenheit) die Köpfe zu schütteln.
(Anm.: Ich gehe davon aus, dass meine Altersstufe in 40 Jahren nicht anders nicht anders sein wird und freue mich bereits darauf, eines tages auf der Parkbank zu sitzen und mich über die “schlimme Jugend von heute” aufzuregen, die mit ihren hoverboards und Röntgenbrillen die Stadt unsicher machen) .
Später war es dann vor Allem das Fernsehen, was die arme, schutzlose Jugend beeinflusste, manipulierte und offensichtlich zu rebellischem Verhalten aufrief.
Da gab es doch tatsächlich Menschen, die die Jugend aufriefen, sich selbst politisch zu engagieren und diesbezüglich sogar eine eigene Gesinnung zu entwickeln.
Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass sich Diese in den meisten Fällen dramatisch von den Positionen der Eltern unterschieden.
Für die lieben Väter, welche doch noch im alten Stile unter den Schlägen ihrer eigenen, Weltkriegs-traumatisierten Erzeuger aufwuchsen, war dies natürlich eine absolut unerhörte, ungezogene Haltung.
Wohl Demjenigen, dem der Vietnamkrieg Zucht, Ordnung und ein anständiges, eigenes Kriegstrauma einbrachte…
Letztere zynische Aussage mag für Deutschland weniger relevant sein, als etwa für die USA, jedoch bietet sie uns die perfekte Überleitung zum Thema der nächsten Woche: “Amokläufer und ihre Hobbies”.