Im zweiten Teil meines Reviews zum kürzlich erschienenen Rockstar-Spiel “Red Dead Redemption” möchte ich neben ein paar Sätzen zur Technik auch ein paar ganz spezielle Worte an die Entwickler richten.
Red Dead Redemption: Gameplay und Quest
Grafisch mag das Spiel nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, es ist aber weit davon entfernt, veraltet zu wirken. Insbesondere die Animationen der Pferde erreichen einen nie dagewesenen Realismus, der nicht nur die Herzen von Ponyhof-Fans höherschlagen lässt. Und ohwohl die lieben Tierchen leider keine Radios zwischen den Ohren stecken haben, die einem rund um die Uhr rockige Sounds der 1980er oder irrwitzige Talkshows aus den Boxen dudeln, überzeugt das Spiel auch auf akustischer ebene. Der Soundtrack von Bill Elm und Woody Jackson (die unter Anderem “Oceans 12″, “Oceans 13″ und “Fast Food Nation” mit Musik versorgt haben) kann durchaus mit klassischen Western Scores á la Enrico Morricone mithalten und versetzt einen sofort in die richtige Stimmung. Man kann förmlich den Staub auf der Straße schmecken.
Fazit: Sowohl für GTA-Fans, als auch (und vor Allem) für jeden, der auch nur im Geringsten etwas mit der Western-Thematik anfangen kann, ist dieses Spiel ein absolutes Muss! Leider ist Red Dead Redemption bisher nur für die XBox 360 und die Playstation 3 erhältlich. Eine PC-Fassung ist zwar noch nicht offiziell angekündigt, scheint aber Angesichts des starken (und berechtigten) Hypes, den es derzeit um dieses Spiel gibt, mehr als wahrscheinlich.
Zum Schluss noch ein Wort an die Entwickler:
DANKE, DANKE, DANKE für dieses Spiel! Nicht, weil es ein großartiges Spiel ist und nicht, weil ich so ein großer Western-Fan sei (was ich nicht unbedingt bin), sondern wegen des verdammt großen Mutes, den ihr damit bewiesen habt. In einer Zeit, in der man von marktführenden Unternehmen (*Hust* EA! *Hust*) nur noch immergleiche Fließbandarbeit ohne den geringsten Mut zur Innovation bekommt, ist es geradezu unglaublich, zu sehen, wie ein solch riskantes Projekt (Seien wir ehrlich, das Western-Genre ist - vielleicht von inigen Ausnahmen abgesehen - nicht unbedingt das meistbenutzte und daher wahrscheinlich nicht das erfolgsversprechendste Genre) noch mit einem derart starken Budget gestemmt wird. Dass der Erfolg den Entwicklern recht gibt, lässt mich stark hoffen und ein Wenig bangen:
Ich hoffe, dass künftig wieder mehr große Unternehmen den Sprund ins kalte Wasser wagen und uns mit innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten überraschen (anstatt die Indie-Szene die ganze Arbeit machen zu lassen und dann deren beste Ideen zu klauen). Ich bange, dass ein paar ignorante Kleingeister nun panikartig auf den (sprichwörtlichen) Zug aufspringen werden und uns in den nächsten Monaten eine wahre Flut von mittelmäßigen bis schlechten Western-Titeln überrollt, weil sie übersehen, dass gerade das Abweichen von den Konventionen und dem ewigen Sicherheits-Denken einer der Faktoren ist, die dieses Spiel so erfolgreich machen, sodass wir letztendlich doch wieder bei einem Unternehmen wie Rockstar landen, das dann wiederum mit dem Mut zu neuen (oder unkonventionellen) Ideen punktet.