Aus Russland kommen bekanntlich viele schlechte Dinge: Wodka, Kommunismus, billige Jagged Alliance-Klone, Antikiller (der Film und das Spiel, nicht die … ähm … Killer, die gegen Killer vorgehen?) und nicht zuletzt beängstigend abgedrehte Wissenschaftler.
Man könnte Raven Software Innovationsarmut vorwerfen. Nach man ihrem letzten Spiel, “Wolfenstein” (einem Remake des seinerzeit in Deutschland stark umstrittenen “Wolfenstein 3D” bzw. dessen Nachfolgers “Return to castle Wolfenstein”) in einem historisch nicht so gaaanz korrekten Szenario mit Sci-Fi - Waffen gegen Nazi-Zombies kämpfte, bestreitet der Held ihres neuen Projektes “Singularity” seine Kämpfe in den frühen Fünfzigern mit Sci-Fi-Waffen gegen wahnsinnige Sowjet-Wissenschaftler.
Die Story ist schnell erzählt (wen wundert’s?) in den Fünfziger Jahren kriegen es ein paar russische Wissenschaftler zustande, ein neues mächtiges Element, einfallsreich als “Element 99″ bezeichnet, zu entwickeln und sich dann prompt selbst zu pulverisieren. Hach ja, die Russen…
Unter den Spätfolge leiden wir nun im Jahre 2010, in dem die Strahlung in diesem Gebiet drastisch zunimmt. So wird ein zeitreisender auserkören, um per Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen und den Wissenschaftler davon zu überzeugen, mit ihm den Klimawandel- nein, Moment, falsches Spiel. In Singularity wird der Wissenschaftler nicht mit Worten, sondern mit Taten überzeugt und kurzerhand aus der einstürzenden Forschungsanlage gerettet.
Friede, Freude, Eierkuchen? NEIN, denn wie wir alle wissen, haben Änderungen der Vergangenheit sich noch nie in irgendeiner Weise positiv auf die Gegenwart ausgewirkt. Der Zeitgenosse (get it?), den wir soeben gerettet haben, hat sich in den folgenden 50 Jahren kurzerhand zum Weltherrscher aufgezwungen und ein erbarmungsloses Regime kontrolliert nun jeden Winkel unseres Planeten. Also tief durchatmen, Futuristische Zeitmanipulations-Kanone einsacken und wieder in die Vergangenheit.
Hier kommt nun der spaßige Teil: Bewaffnet mit unserem ZMG können wir alles mögliche und unmögliche anstellen, indem wir Gegenstände, Mauern oder gleich die Gegner selbst in Sekundenschnelle um Jahrhunderte altern lassen. Das verbraucht Munition in Form des erwähnten Element 99, das zum Glück überall herumzuliegen scheint.
Und so schießen wir uns unentwegt durch einen Shooter, der zwar (trotz der eigentlich sehr netten ZMG-Idee) wenig Abwechslung bietet. Wer auf Action und unkomplizierte Ballerei gegen unaufhörlich nachsprudelnde Gegnerhorden im Stile eines Serious Sam oder Painkiller aus ist, wird mit diesem (so gesehen fast schon als Retro-Shooter geltenden) Spiel seine Freude haben.