Der Weltraum. Unendliche Weiten, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat…
Gar kein Mensch? Falsch!
Es gibt eine kleine Schar von Spielern, die bereits die unendlichen Weiten des Weltalls erkundet haben. Sie haben gekämpft, gehandelt, Imperien errichtet, Bündnisse geschlossen, Freunde hintergangen, neue Galaxien erforscht oder einfach den Weg nach Hause gefunden.
Dies Alles selbstverständlich nur vor dem heimischen Computer, in Spielen, die auf ihre eigene Art ein Genre geschaffen haben, welches nicht nur die Spielegeschichte an sich von Anfang an begleitet hat sondern sich dabei auch in die verschiedensten Richtungen entwickelte.
Doch fangen wir – wie so oft – am Anfang an: Wir schreiben das Jahr 1984: Apple führt der Welt erstmals den Macintosh vor, in der Schweiz beschließt man, mehrere Atomkraftwerke zu bauen und das kleine Unternehmen Acornsoft entwickelt ein Spiel, das noch Generationen später die Spieler in seinen Bann ziehen soll: Elite
In diesem Spiel verkörpern Sie „Commander Jameson“, einen aufstrebenden, jungen Piloten, der sein Glück in den unendlichen Weiten sucht. Mit einem klapprigen, alten Schifflein des Typs „Cobra Mark III“ machen Sie sich fortan auf die Suche nach Macht und Reichtum.
Einige Jahre später, 1990, begann dann die unglaublich erfolgreiche „Wing Commander“-Serie, welche zwar spielerisch an das Prinzip von Elite anknüpfte, sich dabei aber rein auf den kriegerischen Aspekt beschränkte. Ikone der Serie (und insbesondere deren Verfilmung) war damals Schauspieler Mark „Die Macht sei mit ihm“ Hammill.
Ein besonderer Ableger dieser Serie war “Privateer”, welches sich wiederrum von dem kampfbetonten Spielkonzept löste und die Wirtschaftssimulation wieder aufnahm.
Dann wurde es still um das einst so beliebte Genre, von einigen durchaus interessanten, aber leider erschreckend unbekannten Spielen wie „Independence war“ - einem Spiel mit unglaublich realistischer Physik und daher umso anspruchsvolleren Luftkämpfen – einmal abgesehen.
Dieser zustand dauerte an, bis Microsoft mit “Freelancer” ein wahrer Überraschungshit gelang. Ein derart detailliert gestaltetes, spannendes Universum hatte man bis dato noch nicht gesehen. Neben einer fantastischen Story erwarteten einen an jeder Ecke Feinde, die es zu besiegen galt oder neue außerirdische Rassen, mit denen man wahlweise handeln oder kämpfen konnte.
Ein ähnliches, jedoch lineareres Spielprinzip bot zuletzt Darkstar One aus dem Hause Ascaron, welches sich hauptsächlich um das gleichnamige Schiff und dessen Besitzer drehte, nach dessen Vater man im laufe der spannenden Story sucht. Dieses Spiel bot den selben Spielspaß wie Freelancer, allerdings mit einem noch größeren Universum.
Alles bis Darkstar One dagewesene wurde (was die Singleplayer-Spiele angeht) allerdings um das hundertfache übertroffen, als Egosoft X³: Reunion, der dritte Teil der legendären X-Reihe den Spieler mit einer wahrhaft epischen Story um einen Kampf der Universen, einem Handels- und Ressourcensystem, das Spieler (wortwörtlich) nächtelang wachhielt und einer wunderschönen Grafik faszinierte. Die X-Reihe gilt als die komplexeste und aufwändigste Weltraumsimulation, was den Singleplayer-bereich angeht.
Warum diese Einschränkung? Weil es EIN Spiel gibt, das an Tiefgang und Komplexität nicht zu überbieten ist und wohl niemals sein wird:
Das MMORPG Eve Online, welches dereit ca. 10.000 Menschen spielen (wohlgemerkt auf einem einzigen Server) umfasst mehrere Galaxien, etliche Rassen, Schiffe, Fertigkeiten, Rohstoffe, Stationen etc. Der Spieler hat die Wahl, ob er sein (Online-)Geld durch Kampf, Ressourcenabbau, Handel, Kopfgeldjagten, Piraterie oder Produktion verdient. Will man alle Fertigkeiten des Spieles erwerben, würde man – nach Aussage erfahrener Spieler – nicht weniger als 13 (!) Jahre benötigen. Wer heutzutage anfängt, kann also sicher sein, die „alten Hasen“ niemals einzuholen, was leider viele neue Spieler abschreckt.
Eve Online kostet monatlich ca. 13 €, wer aber genug Spielt, kann das Spiel nach einigen Monaten komplett durch Ingame-Arbeit finanzieren.
Man darf gespannt sein, ob sich das Genre der Space-shooter in den nächsten Jahren weiter entwickelt und ob das Aussterben der Genrevertreter vielleicht ein ähnliches Ende - das Genre eine Renaissance findet, wie seinerzeit das klassische Adventure.
January 18th, 2009 um 23:05
EVE Online wird aktuell mit 45.000 gleichzeitig gespielt und hat 250.000 aktive spieler.
10.000 is da etwas untertrieben