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Spornography: Von Communities, Konventionen, und kontraproduktivem Kontroll-Wahn

Autor: kaimar
abgelegt in: Allgemein

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich bei einem Spiel (eigentlich egal, welches) verschiedene Konventionen herausbilden. Ich habe nur mal ein bisschen gegoogelt und bin bereits jetzt auf eine Vielzahl von Posts gestoßen, in denen sich Leute über die “unglaubliche Überzahl von Penismonstern” aufregten. Jetzt hat selbst EA den Schuss gehört und versprochen, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Denn solch unsittliches verhalten können die prüden Amerikaner natürlich nicht dulden. Kreaturen sollen sich bitteschön friedlich zerfleischen und Planeten anderer Spieler vernichten - da ist kein Platz für derartige Schweinereien! Wo kämen wir denn da hin, wenn der zärtliche Liebesakt zweier Wesen jetzt schon öffentlich propagiert wird? Der amerikanische Wahlspruch “Make War - Not Love!” trifft hier mal wieder voll ins Schwarze. (Oh, war diese Formulierung jetzt auch zu zweideutig?)

Ok, Ich muss zugeben, Ich habe meine Kreaturen natürlich auch mit primären Geschlechtsorganen versorgt (zumindest die, die meiner Ansicht nach keine Eier legen oder sich auf andere Weise fortpflanzen), aber dass sich in dieser Community quasi innerhalb von Stunden so eine Vielzahl von Verhaltensweisen und Möglichkeiten, sich als kompletter Noob darzustellen, entwickelt haben, finde Ich erstaunlich.

Das letzte mal hatte ich das Gefühl bei “The Movies“, wo sich schon einen Tag nach dem Release die ersten Leute beschwert haben, alle würden in ihren Filmen den selben “Messer-Durchs-Auge-Clip” benutzen. Es sind sogar umgehend “Anti-It-Aint-Over-yet”-Videos bei youtube entstanden und was Spore angeht, hat sich bereits zwei Tage nach Release der Demo nicht nur der entsprechende Begriff “Spornography” etabliert (der bei Google bereits 1.500 Suchergebnisse einbringt), sondern auch erste Websites hervorgebracht, die sich nur mit diesem Thema befassen.

Alleine die Tatsache, dass jeder, der Hand an das Spiel anlegt, umgehend versucht, männliche Genitalien nachzubauen und so dieser ganze “Wer macht den besten Schw***”-Contest entsteht, sagt meiner Meinung nach viel über unsere gesellschaft und die entsprechende Zielgruppe aus.

Aber dennoch - oder gerade deswegen - liebe Ich Spiele, wie The Movies, Sins oder Spore. Weil 100.000.000 Menschen sich gleichzeitig an das Programm setzen können und bei Jedem etwas anderes entsteht. Das kreative Potential - alleine in der Demo - ist unglaublich und man hat endlich nicht mehr das leidige Gefühl (wie z. B. bei einem MMORPG wie WOW), dass alles, was Ich erschaffe, schon Millionen von Spielern vor mir besser gemacht haben. (zumindest, solange Ich nicht versuche, ein Penismonster zu erstellen…)


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  1. Johann schreibt:

    “Denn solch unsittliches verhalten können die prüden Amerikaner natürlich nicht dulden.”

    Deutschland ist prüde auf anderen Gebieten.

  2. Korl09 schreibt:

    Naja, Deutsche/Amis mal außen vor gelassen ist es echt blöd, wie sich gleich wieder über die paar “witzigen” Ausrutscher entrüstet wird.

    Für mich ist der Creator ein tolles Tool -> der Weg zu mehr Interaktivität in den Spielen!

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