Endlich ist es da: Das Evolutions-Spiel von Sim City-Erfinder Will Wright steht seit letzter Woche in den Regalen. Mit dem Creature Editor war es Fans bereits vorab möglich gewesen, ihren Phantasien in Sachen Schöpfung freien Lauf zu lassen. Jetzt gilts: Spornography oder schlaffes Spiel?
Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich bei einem Spiel (eigentlich egal, welches) verschiedene Konventionen herausbilden. Ich habe nur mal ein bisschen gegoogelt und bin bereits jetzt auf eine Vielzahl von Posts gestoßen, in denen sich Leute über die “unglaubliche Überzahl von Penismonstern” aufregten. Jetzt hat selbst EA den Schuss gehört und versprochen, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Denn solch unsittliches verhalten können die prüden Amerikaner natürlich nicht dulden. Kreaturen sollen sich bitteschön friedlich zerfleischen und Planeten anderer Spieler vernichten - da ist kein Platz für derartige Schweinereien! Wo kämen wir denn da hin, wenn der zärtliche Liebesakt zweier Wesen jetzt schon öffentlich propagiert wird? Der amerikanische Wahlspruch “Make War - Not Love!” trifft hier mal wieder voll ins Schwarze. (Oh, war diese Formulierung jetzt auch zu zweideutig?)
Endlich ist es soweit: seit wenigen Tagen ist die kostenlose Demo (Auch “Basisversion” genannt) des Spore Creature Creators im Netz verfügbar. Heute veröffentlicht EA parallel dazu die kostenpflichtige (!) Vollversion des Editors.
Zunächst wird man sich vielleicht fragen, ob Die Herren von Electronic Arts nun völlig den Sinn für die Realität verloren hätten. Die Vollversion einer Demo Monate vor Release des Spieles zum Verkauf anzubieten, hat sich - meines Wissens nach - jedenfalls kein Publisher zuvor erlaubt. Gerüchteweise sollen zwar Käufer, die die sog. “Premium Version” des Kreaturen-Baukastens über Amazon oder EA.com erworben haben, die gezahlten 9,99 Euro als Gutschein auf den Kaufpreis der Vollversion bei deren Release angerechnet bekommen, sicher ist dies allersings nicht.