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WarCraft

Autor: Martin
abgelegt in: PC, Spieleklassiker

Ork-Hauptquartier mit Goldmine.

Kann sich noch jemand dran erinnern, dass es vor dem Online-Rollenspiel mal drei gleichnamige Strategiespiele gab?

Manchmal hat man fast den Eindruck, dass die hervorragenden Warcraft-Titel ein bisschen unter der enormen Popularität ihres Rollenspiel-Ablegers leiden. Aber wirklich nur manchmal - sobald ich ein paar ganz spezielle Freunde besuche, möglichst übers Wochenende, ist es nämlich um uns geschehen, und wir spielen ein paar Stunden oder Tage lang nur noch Warcraft 3.

Was nicht immer ganz einfach ist; denn das Wort “rushen” ist für einen meiner Bekannten wohl eigens erfunden worden. Ich habe nicht mal vier Bauernhöfe hochgezogen, vielleicht ein paar Grunzer ausgebildet (o ja, ich bin überzeugter Ork), da fällt er mit seinen Nachtelfen über mich her, dass es zum Heulen ist. Ärgerlicherweise bin ich ziemlich jähzornig veranlagt; nachdem ich ihn beleidigt mit einer leeren Bierdose beworfen habe, fordere ich ihn stets zur Revanche. Natürlich nur, um dieselbe Niederlage nochmal zu erleben. Und nochmal, und nochmal, und …

Der Suchtfaktor der Warcraft-Titel war schon immer ziemlich hoch. Was daran liegt, dass sie - die ersten beiden Teile übrigens mehr als der dritte - eine knuffige, irgendwie sympathische Optik mit ziemlich anspruchsvollen Strategie-Konzepten vereinen. Der dritte Teil, erstmals in 3D, gefällt mir persönlich weniger gut - grafisch und inhaltlich ist “Warcraft 2” in meinen Augen der gelungenste Teil der Serie. Um das zu wissen, muss man vor 1990 geboren sein; und das kann die Mehrheit der computerspielenden Menschen auf diesem Planeten nicht von sich behaupten.

Das soll aber nicht heißen, der dritte Teil sei schlecht; - er ist bloß, naja, nicht ganz so sympathisch. Nett ist, dass die Ork-Arbeiter (Peons, um in den Fachtermini zu bleiben) begeistert “Arbeitarbeit” kreischen, wenn ich ihnen einen Befehl gebe, oder missmutig “Du schon wieder?”, wenn sie keine Lust mehr haben. Das reicht zwar noch nicht ganz an die perfekte Ironie der Baldur’s-Gate-Charaktere heran, die mich mit “Allgegenwärtige Autoritätsperson” ansprechen, ist aber trotzdem ziemlich cool.

Gar nicht mal so schön: Thrall, Häuptling der Orks.


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